Deutschland startet mit vergleichsweise niedrigen Gasspeicherständen in die Heizsaison. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Diversifizierung der europäischen Energieversorgung weiter an Bedeutung. Dabei rückt auch Aserbaidschan als Gaslieferant und Energiekorridor stärker in den Fokus.
Mitte September waren die deutschen Gasspeicher nach Angaben eines Berichts von FOCUS online nur zu rund 55 Prozent gefüllt. Damit lag der Speicherstand deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Gleichzeitig sind die Preise am europäischen Gasmarkt zuletzt wieder gestiegen.
Für Deutschland und die Europäische Union stellt sich deshalb weiterhin die Frage, wie die Gasversorgung langfristig auf eine möglichst breite Basis gestellt werden kann. Neben etablierten Lieferanten wie Norwegen und LNG-Importen spielt dabei zunehmend auch die Kaspische Region eine Rolle.
Seit Anfang 2026 wird erstmals aserbaidschanisches Erdgas nach Deutschland geliefert. Das Gas gelangt über den Südlichen Gaskorridor, die Türkei, die Trans-Adriatische Pipeline und Italien nach Europa.
Der deutsche Energiekonzern SEFE hat mit SOCAR einen langfristigen Liefervertrag über eine Laufzeit von zehn Jahren geschlossen. Vereinbart sind Liefermengen von bis zu 1,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr.
Die Mengen allein können den deutschen Gasbedarf zwar nicht decken. Sie tragen jedoch dazu bei, die Zahl der Bezugsquellen zu erhöhen und die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren.
Die strategische Bedeutung Aserbaidschans geht über die unmittelbaren Gaslieferungen hinaus. Das Land bildet eine wichtige Verbindung zwischen Europa, dem Kaspischen Meer und Zentralasien.
Aserbaidschan liefert bereits Erdgas in zahlreiche europäische Staaten. Gleichzeitig verfolgt die Europäische Union das Ziel, den Südlichen Gaskorridor weiterzuentwickeln. Langfristig könnten dadurch auch zusätzliche Energiequellen aus dem Kaspischen Raum und Zentralasien für Europa erschlossen werden.
Quelle: www.focus.de
